GEBURTSVERLETZUNGEN

VERSCHIEDENE VERLETZUNGEN KÖNNEN AUFTRETEN

Neben Dammverletzungen kann es während einer natürlichen Geburt auch zu Abschürfungen oder Rissen an Scheide, Schamlippen und auch der Klitoris kommen. Je nach Lage und Ausprägung solcher Verletzungen, müssen sie evtl. genäht werden oder heilen teilweise auch ohne weitere Behandlung ab. Es gibt drei verschiedene Verletzungsarten zu denen es bei einer Geburt kommen kann. Damm-, Scheiden- und Labienrisse und Dammschnitt.

Dammriss
Verletzung im Bereich des Dammes, der zwischen der Vagina und dem After liegt. Hier kann es während der Geburt zu einem Riss der Vaginalschleimhaut und anderer Gewebeschichten kommen.
Risse im Dammbereich werden in verschiedene Grade unterteilt:

Grad I => Die Haut am Damm ist nur oberflächlich gerissen. Die Muskulatur ist nicht betroffen

Grad II =>
Die Verletzung betrifft Haut und Muskulatur, der Schließmuskel ist noch intakt

Grad III => Der Schließmuskel ist teilweise oder vollständig gerissen

Grad IV => Schließmuskel und Darmschleimhaut des Enddarms und evtl. auch die Scheide sind verletzt

Unkomplizierte und oberflächliche Verletzungen, wie Scheiden- und Labienrisse sowie Dammrisse I. Grades, heilen meist innerhalb einer Woche nach der Geburt aus. Bei Rissen der Grade II bis IV ist jedoch eine medizinische Versorgung nötig. Diese Verletzungen werden unter örtlicher Betäubung genäht. Darüber hinaus gibt es kombinierte Rissverletzungen, etwa den Scheidendammriss.

LINDERUNG BEI GEBURTSVERLETZUNGEN

Natürlich gibt es viele verschiedene Arten der Pflege von Geburtsverletzungen, die von Hebammen unterschiedlich behandelt werden. Daher werden hier nur ein paar Möglichkeiten der Pflege aufgezeigt die gut helfen können. Selbstverständlich spielt auch die Hygiene eine sehr wichtige Rolle.

SPÜLUNGEN MIT CALENDULA

Zur Pflege regelmäßig bei jedem Toilettengang spülen, damit die Wunde sauber bleibt.
1 Teelöffel Calendulaessenz (Apotheke) in einen Behälter (z. B. Messbecher ca. 1 Liter) mit lauwarmem Wasser geben. Dann langsam über den Intimbereich laufen lassen. Dies sorgt für ein wohltuendes Gefühl, wirkt abschwellend und ist antibakteriell.

ALLGEMEINE TIPPS

  • Ruhe und Schonung im Liegen
  • Zu viel Bewegung und Stehen vermeiden
  • Stillen in liegenden Positionen
  • Viel Luft an die Verletzung lassen
  • Keine Binden mit Plastik verwenden
  • Zum Heilen braucht man Ruhe

CALENDULA EISBINDEN

Eine Bio Binde mit Wasser betreufeln (bis sie gut befeuchtet ist) und einige Tropfen Calendulaessenz darauf verteilen. Anschließend in die Gefriertruhe geben. Nachdem sie gefroren ist, ca. 2 Min. bei Zimmertemperatur liegen lassen und dann in die Unterhose einlegen. Die kühlenden Binden können antibakteriell, abschwellend und sehr wohltuend sein. Sollten jedoch nur einmal am Tag anwendet werden, denn zu viel Kälte kann die Heilung evtl. behindern.

SITZBÄDER

Auch Sitzbäder können bei Geburtsverletzungen sehr hilfreich sein. Sie können in einer Sitzwanne (gibt es im Handel für die Toilette) gemacht werden und wirken entzündungshemmend, erfrischend und sehr wohltuend. Ein Sitzbad kann einmal täglich für 10 bis 15 Minuten gemacht werden, wobei das Wasser eine angenehm warme Temperatur haben sollte.
Folgende Zusätzen können verwendet werden:

  • Schwarztee
  • Calendulaessenz
  • Kamille
  • Tannolact

SALBE

Geburtsverletzungen können auch mit Beinwellsalbe (Apotheke) behandelt werden. Die Salbe sollte dünn auf die Wunde aufgetragen werden und anschließend einziehen. Möglichst viel Luft an die Wunde lassen, das fördert auf jeden Fall die Heilung.

DIE NAHT

Heutzutage werden in der Geburtshilfe meistens selbstauflösende Nahtfäden verwendet. Es kann aber auch sein, dass sich Fäden mit der Zeit sehr unangenehm und stachelig anfühlen. Nach ca. 7 bis 12 Tagen können sie durch die Hebamme oder Frauenärztin/arzt entfernt werden. Bedingt durch den Wochenfluss kann es vorkommen, dass sich die Enden der Fäden verhärten und ein spannendes, unangenehmes Gefühl verursachen.

KOMPLIKATIONEN

Wie jede Wunde kann sich auch eine Wunde im Bereich des Damms entzünden. Dann zeigen sich die klassischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung, Schmerzen und Erwärmung des umliegenden Gewebes. Es kann sich Eiter bilden, der nicht abfließt und sich abkapselt. Auch eine Fistelbildung ist in seltenen Fällen möglich. Darüber hinaus kann es zu einer überschüssigen Gewebebildung der Narbe kommen. Eine dicke, wulstige Narbe nach einer Dammnaht kann dauerhaft Beschwerden bereiten. Deswegen sollte immer eine ärztliche Abklärung bei Unsicherheit oder besonderen Schmerzen und Beschwerden erfolgen.