HAARAUSFALL

WAS MACHT HAARE EIGENTLICH AUS ?

Haare sind im evolutionären Sinne eigentlich nichts weiter als leblose Hornfäden und ein Schutz der Kopfhaut vor Wärme und Kälte. Ein Gemisch aus Keratin, Schwefel, Wasser und Fett. Alle Menschen mit einem vollbehaarten Kopf haben normalerweise etwa 100.000 Stück auf dem Kopf, wovon sie bis zu hundert Haare am Tag verlieren können. Ruhe- und Wachstumsphasen wechseln sich ab, egal ob blond, braun, schwarz oder rot, glatt, gelockt, lang oder kurz. Ein ständiges Kommen und Gehen findet auf dem Kopf statt, manchmal durch dick und dünn, im wahrsten Sinne des Wortes. Haare können ein Spiegel der inneren Gesundheit sein. Darüber hinaus haben sie aber durch die Ausbildung des ästhetischen Bewusstseins, eine über das rein biologische weit hinausgehende Bedeutung erlangt. Kräftiges, langes Haar symbolisiert Vitalität und Frische. Bei Frauen ist der Leidensdruck ungleich höher, wenn sie Haarausfall bemerken.

HAARPRACHT IN DER SCHWANGERSCHAFT

Während der Schwangerschaft erfreuen sich viele Frauen einer glänzenden und ungewöhnlich vollen Haarpracht. Durch den erhöhten Östrogenspiegel haben die Haare eine verlängerte Wachstumsphase und bleiben länger in der Kopfhaut. Dadurch kann es aber unter Umständen auch zu einer intensiveren Körper- und Gesichtsbehaarung kommen, die möglicherweise sogar dunkler erscheint als vorher.

HAARAUSFALL NACH DER GEBURT

Fast alle Frauen sind vom so genannten postpartalen Effluvium (post partum = nach der Geburt, Effluvium = gesteigerter Haarausfall) betroffen, eine Form des diffusen Haarausfalls. So nennen Experten den Prozess, wenn die Haare gleichmäßig verteilt am ganzen Kopf ausgehen. Bei vielen jungen Müttern trefen häufig mit der Verschlechterung des Haarzustands Ängste, Verunsicherungen und depressive Stimmungslagen auf. Denn Haare sind für die meisten Frauen weit mehr, als nur ein "nachwachsender Rohstoff" – sie sind ein Spiegel ihres subjektiven Gesundheitszustandes und wirken entsprechend stark auf das seelische Befinden. Der Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt kann sich von wenigen Wochen bis zu 5 Monate nach der Entbindung einstellen.

WIELANGE KANN DAS DAUERN?

Zwischen drei und sechs Monate sind eine normale Dauer für den Haarausfall nach der Geburt, die Hormonspiegel normalisieren sich und der Lebenszyklus der Haare verläuft wieder normal. In manchen Fällen kann es aber auch bis zu einem Jahr dauern, bis der Haarausfall nach Geburt und Hormonumstellung wieder nachlässt.
Dann dauert es jedoch meist noch eine Weile, bis die gewohnte Haarpracht zurück ist. Um diese Zeit zu überbrücken, kann vielleicht ein Besuch beim Friseur helfen. Ein guter Haarschnitt oder gefärbte Strähnen lassen das Haar fülliger erscheinen und kaschieren lichtere Stellen, die dem Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt geschuldet sind.

SO KANN MAN VORBEUGEN

  • Ausgewogene, gesunde Ernährung
  • Stress und Ängste vermeiden
  • Ausreichender Schlaf
  • Sanfte Kopf-Massagen
  • Kein Rubbeln mit dem Handtuch
  • Haare an der Luft trocknen lassen
  • Homöopathie und Nahrungsergänzungsmittel

WENN DER HAARAUSFALL ANHÄLT

Falls der diffuse Haarausfall besonders stark ist und länger als sechs bis neun Monate nach der Geburt anhält oder große Unsicherheit besteht, sollte unbedingt ein Dermatologe zu Rate gezogen werden. Einige Fachärzte bieten sogar eine spezielle Haarsprechstunde an, um der Ursache für den anhaltenden diffusen Haarausfall auf den Grund zu gehen. Denn die Ursachen können vielfältig sein. Gerade nach einer Schwangerschaft und in der Stillzeit kann es zu Mangelerscheinungen von Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen wie Zink und Eisen kommen. Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen und lässt sich am besten an einem erniedrigten Eisenspeicherwert erkennen, der immer mit untersucht werden sollte. Auch eine Diät, um lästige Pfunde nach der Geburt loszuwerden, kann Haarausfall verursachen. Absetzen der Pille, die vor der Schwangerschaft eventuell Einfluss auf den Hormonhaushalt und somit auf das Haarwachstum hatte, sollte ebenfalls bedacht werden. Darüber hinaus können eine Infektionskrankheit, Schilddrüsenfunktionsstörungen und Entzündungen der Kopfhaut auch für einen diffusen Haarausfall verantwortlich sein. Je schneller die Ursache gefunden wird, desto eher kann mit der Therapie begonnen werden, damit die Haare bald wieder sprießen.