VAGINALMYKOSEN

WENN´S JUCKT MUSS WAS PASSIEREN

In der Schwangerschaft ist die Infektion mit einer bakteriellen Vaginose kein Grund zur Panik. Die Erkrankung muss allerdings schnell und konsequent behandelt werden. Ein Arztbesuch ist unbedingt erforderlich.
Infektionen im Bereich der Vagina sind für Schwangere oft ein Tabuthema. Deshalb ist für Betroffene ganz wichtig zu wissen:
Die Erkrankung hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun – und ist auch absolut keine Seltenheit. Durch den ständig schwankenden Hormonspiegel leidet jede fünfte werdende Mutter an einer gestörten Scheidenflora, in der sich schädliche Keime viel schneller vermehren können.

Scheidenpilz – Was ist das?
Es brennt, es juckt - und ist einfach wahnsinnig unangenehm. Viele Frauen fürchten, sie hätten eine Geschlechtskrankheit, wenn sie sich plötzlich unwohl im Intimbereich fühlen. Ursache der Beschwerden ist jedoch meist ein lästiger, aber ungefährlicher Scheidenpilz.

Ein harmloser Hefepilz, der sich rasch vermehrt
Ein gewöhnlicher Hefepilz löst die hartnäckigen Symptome, allen voran den lästigen Juckreiz, aus und macht so den den Betroffenen zu schaffen. Bei 30 Prozent aller Menschen befinden sich Pilze der Gattung “Candida” dauerhaft auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen, im Verdauungstrakt – und auch im Intimbereich. In schwacher Besiedlung ist sein Vorkommen dort völlig normal und verursacht keinerlei Beschwerden. Zu Krankheitssymptomen kommt es erst, wenn der Hefepilz günstige Wachstumsbedingungen vorfindet und beginnt, sich rasch zu vermehren.
Die Pilzsporen lieben Wärme und ein feuchtes Klima
Leider bietet die Vagina dem “Candida albicans” ideale Voraussetzungen, um sich auszubreiten: Der Hefepilz gedeiht am besten in feuchter, sauerstoffarmer Umgebung und bei normaler Körpertemperatur (37 Grad).
Die Scheide verfügt über einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen unerwünschte Keime. Sobald dieser aber aus dem Gleichgewicht gerät (zum Beispiel wegen hormoneller Schwankungen oder einem geschwächtem Immunsystem), beginnt der “Candida albicans”, sich rasant zu vermehren und die normale, schützende Scheidenflora zu verdrängen.

Ursachen für Scheidenpilz
Die lästigen Symptome sind fast immer gleich, die Ursachen von Scheidenpilz können allerdings sehr unterschiedlich sein. Häufig ebnen übertriebene Intimhygiene und hormonelle Veränderungen der Erkrankung den Weg.
Die sensible Scheidenflora gerät aus dem Gleichgewicht
Die gesunde Scheide beherbergt sogenannte scheidentypische Bakterien, Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Sie sorgen durch die Bildung von Milchsäure für ein saures Milieu, in dem sich die meisten Bakterien nicht wohlfühlen. Auch Hefepilze haben es schwerer, wenn die Scheide optimal mit Milchsäurebakterien besiedelt ist.
Wird der natürliche Schutzmechanismus aus Laktobazillen und Milchsäure erschüttert, gewinnen unerwünschte Mikroorganismen aus Enddarm und Haut schnell Überhand.

Milchsäure kann den Erfolg der Behandlung sichern und beschleunigen.
Um einen Rückfall zu verhindern, hat sich eine Milchsäurekur als begleitende Maßnahme zur Behandlung mit einem Antibiotikum vielfach bewährt. Dabei wird der Vagina wertvolle Milchsäure von außen zugeführt, was für die angeschlagene Scheidenflora eine äußerst wirksame Unterstützung ist.
Die Milchsäurekuren sind einfach anzuwenden – das Vaginalgel oder Vaginalzäpfchen wird über einige Tage in die Scheide eingeführt. Die Milchsäurekur kann die erfolgreiche Behandlung der bakteriellen Vaginose nicht nur stabilisieren, sondern in vielen Fällen auch beschleunigen: Häufig klingen die Beschwerden noch schneller ab, als unter einer reinen Antibiotika-Behandlung.